Die anhaltenden Studentenproteste in Frankreich setzen Chirac unter Druck. Nach dem gekippten Arbeitsrechtegesetz strebt man nach höheren Zielen.

Der Plan der französischen Regierung, den Kündigungsschutz für unter 26-jährige Arbeitnehmer zu lockern, stieß besonders bei Studenten auf massive Gegenwehr. Das Gesetzt besagt, dass jeder Erwerbstätige, der sein 26. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ohne Angabe jeglicher Gründe gekündigt werden darf.
Nach wochenlangen Protesten gegen die geplante Arbeitsrechtsreform können die Demonstranten jetzt erste Erfolge verbuchen. Frankreichs Präsident Jacques Chirac erklärte, dass das umstrittene Gesetz zurückgezogen werde. Damit widersprach er Premier Dominique de Villepin, der am Tag zuvor noch an der Reform festhielt. Das besagte Gesetz, welches in Frankreich unter der Abkürzung CPE bekannt ist, soll nun durch einen alternativen Reformversuch ersetzt werden. Dieser soll im Wesentlichen Möglichkeiten für schlecht ausgebildete Jugendliche bieten. Hierbei sollen jene Arbeitgeber bezuschusst werden, die 16- bis 25-jährige Arbeitslose unbefristet einstellen.
Die Proteste in Frankreich gehen unterdessen, unbeeindruckt von dem politischen Entgegenkommen, weiter. Mit dem Sieg im Rücken wollen die Studenten weitere Themen zu ihren Gunsten beeinflussen, so ein Sprecher des Studentenverbandes UNEF. Die angekündigte Reformänderung ist den angehenden Akademikern nicht weitreichend genug. Ihrer Meinung nach ist mit dieser Reform lediglich den schlecht ausgebildeten Jugendlichen geholfen, keinesfalls aber den Studenten die weiterhin in großer Sorge um ihre Zukunft sind.
Auch in Deutschland gibt es ein ähnliches Gesetz wie in Frankreich, welches vor geraumer Zeit verabschiedet wurde, jedoch in keiner Weise derartige innenpolitische Folgen nach sich zog.
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